Flugzeugabsturz in Remscheid



Bei einem Flugzeugabsturz in Remscheid am 8. Dezember 1988 stürzte ein US-amerikanisches Kampfflugzeug vom Typ Fairchild-Republic A-10 in ein Wohngebiet im Stadtteil Hasten der Stadt Remscheid. Das Flugzeug rammte ein Wohnhaus und zerschellte auf einem nahegelegenen Firmengelände. Dabei kamen neben dem Piloten fünf weitere Personen ums Leben; 50 Personen wurden zum Teil schwer verletzt.

Die Maschine befand sich nach Medienberichten in einer Übung für den Tiefflug. Sie gehörte zu einer auf dem britischen Luftwaffenstützpunkt Bentwaters stationierten Einheit, war aber zum Zeitpunkt des Unglücks auf dem Fliegerhorst Nörvenich stationiert.

Nachdem die Anzahl der Krebserkrankungen in den folgenden Jahren in der Umgebung des Absturzortes überproportional angestiegen ist, wurde zunächst vermutet, dass die abgestürzte Maschine entgegen den Aussagen der US-Amerikaner mit uranhaltiger Munition beladen gewesen sei. Eine andere, unbestätigte, Vermutung lautete, dass die Tragflächenenden mit Trimmgewichten aus abgereichertem Uran bestückt gewesen seien, die den Boden rund um die Absturzstelle kontaminiert haben sollen.

In einer Untersuchung von Bodenproben im Umkreis von 250 Metern um den Absturzort im Jahr 2002 durch das Öko-Institut wurden jedoch keine Spuren von abgereichertem Uran gefunden.

Ein anderer Erklärungsansatz für die gestiegene Krebsrate in der Umgebung des Absturzortes, welcher sich durch die mangelnden Uranfunde noch weiter erhärtete, ist, dass das Flugzeug mit dem Treibstoff JP-8 betankt gewesen sein soll. Dieser Treibstoff gilt in hohem Maße als gesundheitsschädlich und soll sich in Form seiner Dämpfe rund um den Absturzort ausgebreitet haben.

Vielen Dank an abeba für die Einsendung.

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8 Kommentare

  1. McGhosty
    geschrieben am 6. Dezember 2007 um 07:28 Uhr | Permalink

    Hallo!
    Daß die Maschine nach Medienberichten in einer Übung zum Tiefflug war, stimmt nicht! Über Remscheid gilt ein Tiefflugverbot. Jeder, der sich damit auskennnt, kennt die Bestimmungen für Tiefflüge und damit auch, daß Städte wie Remscheid nicht im Tiefflug überflogen werden dürfen. Korrekt ist, daß die Maschine sich auf dem Weg in ein Tieffluggebiet befand.
    Hinzu kommt, daß die A-10 nicht mit den üblichen Radargeräten wie ein Kampfjet ausgestattet ist, sondern mehr zum Navigieren nach Sicht gebaut wurde (u.a. auch um eine höhere Waffenlast zu tragen). Die Navigation nach Sicht war am 8.12.1988 aber durch den Nebel sehr eingeschränkt und damit schwer für den Piloten möglich. Je tiefer er ging, desto mehr kam er in die Gefahr der Berge, gerade in Remscheid und Umgebung sehr stark vorhanden. Wenn man nun noch sich das Bild mal größer anschaut, muß man sich vorstellen, daß die Maschine aus dem linken Bildrand kam und zum rechten Bildrand flog. Die Maschine stürzte in das in der Mitte befindliche Haus (wo nun der Parkplatz direkt am Haus ist (rotes Auto steht dort). Verlängert man die Linie, würde die Maschine das Stadtzentrum überfliegen mit einem großen Einkaufs-Center, dem Allee-Center. vom linken Bildrand nach rechts geht es steil zum fast höchsten Punkt in Remscheid hinauf. Der Pilot hatte es also nicht mehr über die Bergkuppe geschafft und wäre im schlimmsten Fall sogar in ein volles Einkaufscenter gestürzt.
    Ferner stimmt die Angabe bei Wikipedia nicht, auf die sich hier bezogen wird. An anderer Stelle (bei Beschreibung der A-10 Thunderbolt) steht, daß 6 Menschen ums Leben kamen, auch auf anderen Webseiten, z.B. beim MDR.
    Gruß aus Remscheid, McGhosty

  2. abeba
    geschrieben am 6. Dezember 2007 um 16:51 Uhr | Permalink

    PS: Damals waren Tiefflüge noch erlaubt. Erst durch die Diskussion um dieses Unglück sind die Gesetze geändert worden.

  3. McGhosty
    geschrieben am 7. Dezember 2007 um 08:35 Uhr | Permalink

    Hallo abeba!
    Falsch, Tiefflüge über Städte waren noch nie erlaubt. Beim Überflug von Städten wie Remscheid (größer 100.000 Einwohner) waren Untergrenzen für den Überflug gesetzt - damals wie heute. (Nach Luftverkehrsverordnung beträgt die Sicherheitsmindesthöhe über Städten und bebautem Gebiet 300 m). Militärischer Tiefflug fand damals noch in einer Höhe von 100 m statt - und so tief hat nie ein Flugzeug Remscheid überquert - auch wenn sich manche Zivilisten in der Presse gerne aufgespielt und -geregt haben.
    Viele “Zivilisten” definieren “Tiefflug” leider anders und damit falsch. Vielen “Zivilisten” sehen schon eine tieffliegende Boing als Tiefflieger. Militärischer Tiefflug ist aber etwas anderes. Das “Gequatsche” von “ach wie schlimm Tiefflug doch ist” von Leuten, die damals keine Ahnung von Definition Tiefflug hatten hat mich schon 1988 aufgeregt. Wenn man natürlich einen Sinkflug aufgrund von technischen Schwierigkeiten zur (Bruch)Landung auch als Tiefflug bezeichnen muß, dann stimmt es natürlich.

  4. McGhosty
    geschrieben am 7. Dezember 2007 um 08:51 Uhr | Permalink

    … Was ich mit meinem Kommentar nicht herunterspielen will: Der Unfall war schlimm, es ist traurig, daß sechs Menschen sowie der Pilot ums Leben kamen, der Boden dort auch wenn es keiner bestätigen will belastet wurde und daß soetwas passieren mußte.
    Aber wogegen ich mich wehre sind reißerische Medienberichte, die über Tiefflug reden, ohne daß dem der Wahrheit entspricht. Die Maschine befand sich nicht über Remscheid in einer Tiefflugübung.

  5. abeba
    geschrieben am 7. Dezember 2007 um 13:38 Uhr | Permalink

    Ich hab mich nur um ca 400 Meter nach Süden vertan., wenn ich diesmal nicht irre. Das Gelände der größeren Firma war, so meine ich, der genaue Absturzort.
    @McGhosty: Sorry, mein Wissen bezieht sich auf Aussagen damaliger Anwohner (Zivilisten), da ich bis kürzlich in einem nahegelegenen Altenheim gearbeitet habe und man sich des Unglücks dort noch immer stark erinnert.

  6. matthis kuhn
    geschrieben am 22. Juni 2008 um 20:49 Uhr | Permalink

    sehr komisch war auch, das die amerikaner schneller am unfallort waren als der katastrophenschutz

  7. Flächenbrand
    geschrieben am 23. Juni 2008 um 17:13 Uhr | Permalink

    Also meiner Meinung nach, auch wenn ich mich nur auf Berichte von älteren stützen kann, ich wohn zwar in Remscheid, war aber damals noch so jung, das ich davon nix mitbekommen hab, is auf jeden fall irgendetwas dort mit dem Boden passiert…Diese angebliche Probe die das Öko-Ministerium da untersucht haben soll, war garantiert gefaked (ich meine nicht die Probe sonder die Untersuchung)….Denn wenn die Amies damals gesagt haben, hey ups, da ist uns wohl ein Fehler unterlaufen, na egal, machen wir mal ein bisl Druck auf die Deutschen und schon verschwindet der Fall in der Schublade, dann war das auch so…….

    Aber leider, was soll man machen um die Wahrheit ans Licht zu bringen???

  8. Paul
    geschrieben am 20. Januar 2009 um 13:16 Uhr | Permalink

    Hallo

    Also, die A-10 befand sich in einem Formationsflug - 2 Jets dicht bei einander - von Nörvenich in eines der ausgewiesenen Tieffluggebiete, welches weiss ich nicht mehr. Kurz vor Remscheid flogen sie in eine Wolkenwand, nach Vorschrift mussten sie sich trennen mit einem vorgeschriebenen Manöver. Dabei hat der Pilot der verunglückten Maschine die Orientierung verloren., d.h. unter Umständen wusste er nicht mehr was oben oder unten ist - dieses Phänomen ist in der Luftfahrt bekannt und die Piloten werden dementsprechend ausgebildet aber wie in Remscheid reicht die Zeit manchmal nicht mehr aus.

    Jedenfalls kam die A-10 über eine Kuppe Nähe Hastener Turnverein und flog die Stockder Strasse entlang , da bereits auf Höhe der oberen Stockwerke der Häuser. Die Linke Tragfläche berührte eines der Häuser woraufhin das ganze Flugzeug nach links in das nächste Haus einschlug, dort befanden sich die Gerüstebauer die ums Leben kamen.

    Die Maschine war nicht bewaffnet, Treibstoff und Öl lief aus, ähnlich wie bei einem LKW Unfall, allerdings mit einer sehr viel grösseren Streuung. Die deutschen Einsatzkräfte, Feuerwehr, Polizei, Bundeswehr waren natürlich zuerst vor Ort, allein weil die US Luftwaffe ein sehr viel längeren Anfahrtsweg hatte. Die damals bei militärischen Flugzeugabstürzen übliche Prozedur, Einrichtung eines militärischen Sperrgebietes um die Unfallstelle herum durch die Bundeswehr wurde nicht eingehalten. Das bedeutete Presse, Neugierige, Anwohner konnten zur Unfallstelle vordringen und wurden auch einige Male weg gedrängt , Auch erhielten anfangs die Anwohner keine Sonderausweise um ihnen Zugang zu ihren Häusern zu ermöglichen. Teilweise herrschte daher grosses Chaos.

    Nach Auskunft des Gesundheitsamtes einige Jahre später ist die Erkrankungshäufigkeit in dem Gebiet nicht auffällig. Bodenkontaminationen gab es seit dem 19. Jahrhundert, Remscheid ist ja bekannt für seine vielen Metallfabriken, eine der ursprünglichen Industrialisierungs Gebiete Deutschlands. Noch heute befinden sich auch an der Stockder Stresse metallverabeitende Betriebe.

    Der Schrecken der Leute die ein Flugzeug an ihrem Fenster vorbeifliegen sahen, oder der Mopedfahrer der die Stockder Strasse hinauffuhr und über sich den Jet sah, muss gross gewesen sein. Und der Pilot wusste auch, dass er nicht mehr zu seiner Familie heimkehren würde.

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